Labormedizin
Vitamin D-Mangel erkennen – Überversorgung vermeiden
Was ist Vitamin D?
Vitamin D kann vom Körper als einziges Vitamin durch Sonneneinstrahlung selbst gebildet werden. Daneben kann es über die Nahrung aufgenommen werden. Da es ein fettlösliches Vitamin ist, sollten Vitamin D-Präparate immer zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden.
Welche Funktionen hat Vitamin D?
Der Körper benötigt Vitamin D für eine Vielzahl wichtiger Vorgänge. Vitamin D reguliert den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel, wodurch die Knochenbildung und der Erhalt der Knochenstabilität gefördert wird. Es beeinflusst die Muskelkraft und ist wichtig für das Immunsystem. Es wird vermutet, dass Vitamin D Krebserkrankungen, Prädiabetes und Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurologische Erkrankungen positiv beeinflusst.
Wie häufig ist ein Vitamin D-Mangel?
Insgesamt weisen 30,2% der Erwachsenen (18-79 J.) in Deutschland laut der DEGS1-Studie eine mangelhafte Versorgung mit Vitamin D auf.
Warum ist ein Vitamin D-Mangel so häufig?
Eine ausreichende Vitamin D-Versorgung kann nur über ausreichende UV-B-Strahlung oder durch die zusätzliche Aufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln erreicht werden.
Geringe Bildung in der Haut
Für die Bildung von Vitamin D in der Haut ist ungefiltertes Sonnenlicht (UV-B) erforderlich. In Deutschland, das zwischen dem 47. und 55. Breitengrad liegt, ist die Eigensynthese von ca. März bis Oktober möglich. Mit zunehmendem Lebensalter kann nur noch weniger Vitamin D in der Haut gebildet werden.
Geringe Aufnahme über die Nahrung
Der Gehalt in den häufigen verzehrten Lebensmitteln ist gering, so dass selbst ausgewogene Ernährung die ausreichende Vitamin D-Zufuhr nur zu einem geringen Teil decken kann. Der Verzehr von Lebertran und von bestimmten fetten Fischarten kann den Vitamin D-Haushalt lediglich aufbessern.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für Vitamin D-Mangel?
- Nur kurzer Aufenthalt unbedeckt im Freien; Anwendung von Sonnenschutzmitteln
- Lebensalter ab 50 Jahren
- Säuglinge, Kinder
- Dunkler Hauttyp
- Starkes Übergewicht
- Vegetarische oder vegane Ernährung
- Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. gegen Epilepsie, Depressionen, Psychosen, Transplantatabstoßung)
- Chronische Magen-Darm-Erkrankungen, chronische Nierenerkrankungen, Leberzirrhose
Welche Symptome treten bei Vitamin-D-Mangel auf?
Grundsätzlich können Menschen trotz unzureichender Versorgung mit Vitamin D über einen längeren Zeitraum beschwerdefrei sein.
Der tatsächliche Mangel geht dagegen mit verschiedenen Beschwerden einher. Ursache für viele Beschwerden ist eine Störung des Knochenstoffwechsels. Dadurch „entkalken“ die Knochen und verlieren an Stabilität.
Bei Kindern führt der Vitamin D Mangel zu schweren Störungen des Knochenwachstums und bleibenden Verformungen des Skeletts. Diese Krankheit heißt Rachitis und wird umgangssprachlich meist „die Englische Krankheit“ genannt.
Bei Erwachsenen kann es durch die Entkalkung des Knochens zur sogenannten Osteomalazie (umgangssprachlich meist als Knochenerweichung benannt) kommen. Damit wird ein Krankheitsbild bezeichnet, das von weichen Knochen, Knochenschmerzen und Muskelschwäche geprägt ist.
Außerdem begünstigt ein Vitamin-D-Mangel die Entwicklung von Osteoporose (Knochenschwund) – vor allem bei älteren Menschen.
Welche Risiken bestehen bei Vitamin D-Überversorgung?
Bei Überversorgung (längerfristig Einnahme von mehr als 4000 I.E. Vitamin D täglich) besteht das Risiko der Vergiftung mit Übelkeit, Bauchkrämpfen, Erbrechen.
In schweren Fällen sind Nierenschäden und Herz-Rhythmusstörungen möglich, die lebensbedrohlich sein können.
Sonneneinstrahlung und Ernährung führen nicht zu einer Überversorgung.
Wie wird der Vitamin D-Status bestimmt und beurteilt?
Zur Beurteilung des Vitamin D-Status wird die Konzentration von 25-Hydroxy-Vitamin-D3 gemessen. Es wird auch als Calcidiol bezeichnet. 25-Hydroxyvitamin D3 ist die Vitamin D-Speicherform des Körpers und ein Vorläufer des aktiven Vitamin D3 (1,25-Dihydroxy-Vitamin D, auch als Calcitriol bezeichnet) .
Durch die Bestimmung des Vitamin D-Spiegels im Blut erhalten Sie Klarheit, ob Sie an einem Vitamin D-Mangel leiden, ob Ihre Vitamin D-Einnahme ausreichend oder ggf. bereits überdosiert ist.
Welcher Vitamin D-Spiegel gilt als optimal?
Es werden häufig zwei verschiedene Einheiten für den Vitamin D-Spiegel verwendet, wodurch es zur Verwirrung kommt. Die Menge im Blut wird als Serumkonzentration in Nanomol pro Liter (nmol/l) oder Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) angegeben.
Gemäß international anerkannter Kriterien wird die Vitamin-D-Versorgung wie folgt beurteilt:
- Werte über 20 ng/ml (oder über 50 nmol/l):
ausreichende Versorgung, um die Knochengesundheit zu erhalten
- Werte von 12 bis 20 ng/ml (oder 30 bis 50 nmol/l:
eingeschränkte Versorgung mit möglichen Folgen für die Knochengesundheit
- Werte unter 12 ng/ml (oder unter 30 nmol/l:
mangelhafte Versorgung mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen wie Rachitis, Osteomalazie und Osteoporose
Wie sinnvoll sind Vitamin D-Schnelltests?
In Apotheken oder Drogerien werden Schnelltests für zuhause angeboten. Diese Tests sind jedoch nicht sehr zuverlässig. Expertinnen und Experten raten daher von der Nutzung ab.
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