Untersuchungen / Therapien

Spektrum der szintigrafischen Untersuchungen und nuklearmedizinischen Therapien

Untersuchungen

Wächterlymphknotenszintigrafie (SentinelLymphNode)

Die Wächterlymphknotenszintigrafie ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, die dazu dient, den Lymphknoten zu finden, der von der Lymphflüssigkeit eines bösartigen Tumors als erster erreicht wird. Dazu wird Ihnen eine geringe Menge einer schwach radioaktiven Substanz verabreicht, die sich in den Lymphbahnen auf dem Weg zum Wächterlymphknoten anreichert und Strahlen aussendet. Diese werden anschließend mit einer Gamma-Kamera als Bild (Szintigramm) aufgenommen, so dass der Wächterlymphknoten lokalisiert werden kann.

Tausende Lymphknoten sind durch Lymphbahnen miteinander verbunden. Sie bilden einen Teil des Abwehrsystems im Körper. Die Lymphknoten sind dabei wie ein Sieb aufgebaut, das Partikel aus dem Lymphstrom filtert. Von einem bösartigen Tumor können sich Tumorzellen lösen und im Lymphstrom mitschwimmen. Diese Zellen werden im ersten Lymphknoten, den sie erreichen, aufgehalten und können sich zu einer Lymphknotenmetastase entwickeln. Dieser erste Lymphknoten wird Wächter-Lymphknoten oder "Sentinel" (engl. "Wächter") genannt. Befinden sich in diesem Lymphknoten Tumorzellen, gibt es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch weitere Metastasen in der Umgebung. Ist der Wächterlymphknoten jedoch tumorfrei, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass weitere Metastasen vorliegen.

Die Szintigrafie zur Darstellung des Wächterlymphknotens wird vor allem bei Brustkrebs (Mammakarzinom) und schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) durchgeführt. Vor einer Tumoroperation wird dabei der Wächterlymphknoten sichtbar gemacht und für die Entnahme markiert. Wenn sich herausstellt, dass der Wächterlymphknoten tumorfrei ist, kann man davon ausgehen, dass auch alle anderen Lymphknoten gesund sind. Durch die gezielte Entnahme des Wächterlymphknotens bleibt den meisten Patienten die Entfernung gesunder Lymphknoten erspart.


Untersuchungsablauf

In der Regel wird Ihnen am Tag vor der Operation eine geringe Menge einer leicht radioaktiven Substanz im Bereich des Tumors injiziert. Am Tag der Operation wird der Durchfluss der am Vortag injizierten Substanz durch die Lymphbahnen zum Wächter-Lymphknoten mit einer Gamma-Kamera aufgezeichnet. Die Aufnahmen dauern 15-30 Minuten.
Der erste angeströmte Lymphknoten ("der Wächter") wird auf der Haut mit einem Filzstift markiert.
Wenige Stunden später werden Tumor und Wächterlymphknoten operativ entfernt.

Die Untersuchung wird an folgenden unserer Praxisstandorte angeboten: Hanau, Offenbach, Gießen