Untersuchungen / Therapien

Spektrum der szintigrafischen Untersuchungen und nuklearmedizinischen Therapien

Untersuchungen

Leukozytenszintigrafie

Die Leukozytenszintigrafie ist ein diagnostisches Verfahren der Nuklearmedizin, bei dem Anreicherungen von radioaktiv markierten Leukozyten (weiße Blutkörperchen) z. B. in Entzündungsherden dargestellt werden können.

Leukozyten machen neben den Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen) den zellulären Bestandteil des Blutes aus. Die Leukozyten sind Teil des Immunsystems und dienen daher der Abwehrfunktion des Körpers. Durch radioaktive Markierung der Leukozyten (speziell der Granulozyten) des Patienten können diese, nachdem sie zum Ort der Entzündung gewandert sind, mit Hilfe z. B. einer Gammakamera nachgewiesen werden.

Die Indikation zur Leukozytenszintigrafie ist der Verdacht auf ein Entzündungsgeschehen oder Entzündungen, deren genaue Lokalisation bzw. Ausdehnung bestimmt werden muss:

  • Verdacht auf Gelenkprotheseninfektion
  • Verdacht auf Gefäßprotheseninfektion, Frage nach Ausdehnung der Infektion
  • Verdacht auf akute/chronische Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung)
  • Abklärung von Fieber unklarer Genese (Ursache)

Zu den weniger geläufigen, jedoch im Einzelfall möglichen Indikationen gehören beispielsweise die Frühdiagnose einer Pneumonie (Lungenentzündung) bei opportunistischen Erregern (Erreger, die nur unter günstigen Bedingungen wie z. B. Immunsuppression des Patienten Symptome hervorrufen), Verdacht auf einen postoperativen abdominellen Abszess (umkapselte Eiteransammlung in einer nicht präformierten Körperhöhle, die durch entzündliche Gewebseinschmelzung entsteht) oder hochfloride (hoch symptomatische) Stadien entzündlicher Darmerkrankungen.



Untersuchungsablauf

Die Untersuchung findet an zwei aufeinander folgenden Tagen statt.

1. Untersuchungstag
Nach einem ausführlichen Vorgespräch wird Ihnen eine geringe Menge einer schwach radioaktiven Substanz (in der Regel ein radioaktiv markiertes Antikörperfragment) in die Armvene injiziert, die sich mit dem Blut im Körper verteilt. Im direkten Anschluss wird eine Aufnahme (Frühaufnahme) des gesamten Körpers mit einer Gamma-Kamera erstellt (Szintigramm).
Im weiteren zeitlichen Verlauf lagert sich das Antikörperfragment an der Oberfläche der weißen Blutkörperchen an. So kann die Anreicherung der radioaktiv markierten Granulozyten am Entzündungsort bildlich dargestellt werden.
Bis zur nächsten Bildaufnahme müssen ca. 4 Stunden abgewartet werden. Diese Zeit müssen Sie nicht in der Praxis verbringen.
Nach der Wartezeit werden weitere Aufnahmen mit der Gamma-Kamera erstellt.
Für den ersten Untersuchungstag bitten wir Sie insgesamt (inklusive Wartezeit) ca. 5 Stunden einzuplanen.

2. Untersuchungstag
Am zweiten Behandlungstag werden erneut Aufnahmen des Knochenmarks erstellt (Szintigramm). Anschließend bespricht eine Fachärztin / ein Facharzt unserer Praxis die Untersuchungsergebnisse mit Ihnen.
Für den zweiten Tag benötigen Sie 1-1,5 Stunden Zeit.

Die Untersuchung wird an folgenden unserer Praxisstandorte angeboten: Hanau, Gießen