Therapien

Spektrum der szintigrafischen Untersuchungen und nuklearmedizinischen Therapien

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Samariumtherapie - Schmerztherapie bei Knochenmetastasen

Viele Krebspatienten mit Prostata-, Brust-, Lungenkrebs oder anderen Primärtumoren leiden unter schmerzhaften Knochenmetastasen, die ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Für die Entstehung des Schmerzes gibt es unterschiedliche Gründe: zum Beispiel mechanische und chemische Einflüsse, wenn der Tumor in den Knochen hineinwächst, dabei Schmerzstoffe freisetzt oder Nerven reizt.

Oft lassen sich diese Knochenschmerzen auch mit sehr wirksamen Schmerzmitteln nur unzureichend unterdrücken. Der behandelnde Arzt kann die Dosierung nicht beliebig steigern und er muss z.B. bei Opiaten auch Nebenwirkungen wie Verstopfung, Müdigkeit und Atemprobleme beachten.

Eine wirksame Ergänzung, gegebenenfalls sogar eine Alternative zur medikamentösen Schmerztherapie mit starken Nebenwirkungen bietet die Radionuklidtherapie.

Bei Knochenmetastasen baut der Körper neue Knochensubstanz auf. Dazu verwendet er Bausteine wie Kalzium oder Phosphat. Bietet man dem Körper ähnliche Bausteine an, die radioaktiv markiert sind (z.B. mit dem Radionuklid Samarium-153), baut er sie ebenfalls in die neue Knochensubstanz ein. Die von dem Radionuklid ausgehende Strahlung beeinflusst die Mechanismen der Schmerzentstehung im Umfeld der Metastasen. In der Folge geht der Schmerz zurück oder verschwindet manchmal sogar vollständig. Gesundes Gewebe wird weitgehend geschont, weil es das Radionuklid nicht aufnimmt und die Strahlung nur eine Reichweite von wenigen Millimetern hat und somit das gesunde Gewebe kaum erreicht.

Die Radionuklidbehandlung führt bei der überwiegenden Anzahl der Patienten zu einer Schmerzlinderung. Einige Patienten sind nach der Therapie sogar schmerzfrei. Die Wirkung hält in etwa 4 Monate an, gelegentlich auch länger. Gegebenenfalls kann die Behandlung wiederholt werden.



Vorbereitende Untersuchungen

Vor der Behandlung wird eine Skelettszintigrafie durchgeführt, um die Metastasen nachzuweisen und zu zeigen, dass es sich um solche Metastasen handelt, die Knochensubstanz aufbauen. Nur in diesem Fall kann die Radionuklidtherapie wirken.

Die Nebenwirkungen der Schmerztherapie sind gering. Es kommt aber immer zu einer vorübergehenden, in der Regel leichten Beeinträchtigung des Blutbildes. Deshalb wird vor der Behandlung über eine Blutuntersuchung kontrolliert, ob eine ausreichende Anzahl von weißen Blutkörperchen und -plättchen vorhanden sind (z.B. nach einer Chemo- oder Strahlentherapie). Auch die Nierenfunktion wird über die Blutwerte kontrolliert.


Behandlungsablauf

Die Durchführung der Schmerztherapie ist unkompliziert und erfolgt ambulant: Das Radionuklid wird in eine Vene gespritzt. Der Großteil der Substanz wird schnell in die Knochenmetastasen eingebaut. Der Rest wird innerhalb einiger Stunden über die Nieren ausgeschieden. Um die Ausscheidung zu unterstützen, sollte man vor und nach der Behandlung möglichst viel trinken.

Darüber hinaus sollten Sie bis 24 Stunden nach der Behandlung eine eigene Toilette benutzen und peinlichst auf Sauberkeit achten, damit die ausgeschiedene Radioaktivität nicht verschleppt wird.

Beim Kontakt mit Angehörigen sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen notwendig. Man sollte aber in den ersten Tagen längere enge Kontakte zu Schwangeren und Babies vermeiden, um eine unnötige Strahlenbelastung auszuschließen.


Untersuchungen / Überwachung nach der Schmerztherapie

Ein oder zwei Tage nach der Therapie fertigen wir eine weitere Szintigrafie an, um die Verteilung des Radionuklids in den Knochenmetastasen zu dokumentieren.

Die Wirkung des Radionuklids setzt nach etwa 3-7 Tagen ein. Gelegentlich kann es in den ersten Tagen nach der Behandlung zu einer kurzfristigen Verstärkung der Schmerzen kommen. Dies ist Zeichen einer einsetzenden therapeutischen Wirkung.

In den folgenden Wochen muss regelmäßig kontrolliert werden, ob die Veränderungen des Blutbildes im normalen Rahmen bleiben oder ob diese behandelt werden müssen.


Dauer der Behandlung in unserer Praxis
Die Behandlung dauert am Tag der Injektion etwa 1 Stunde, für die zusätzliche Szintigrafie müssen Sie nochmals mit etwa 1 Stunde Aufenthalt in der Praxis rechnen.

Die Therapie wird an folgenden unserer Praxisstandorte angeboten: Gießen